Abschlussvortrag 25 Jahre Tschernobyl: Atommüll wohin?

Sylvia Kotting-Uhl hielt Abschlussvortrag der Veranstaltungsreihe “25 Jahre Tschernobyl”
Die Erinnerung an Tschernobyl und die Frage nach dem Verbleib des radioaktiven Atommülls beschäftigt noch heute viele Menschen. So war der Veranstaltungsraumin Karlsruhe mit rund 100 Interessierten am 15. April 2011 dicht besetzt.
An Sylvia Kotting-Uhl, die atompolitsche Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, wurden nach ihrem Vortrag entsprechend viele Fragen gestellt. Ob in der Asse auch Plutonium gelagert sei, wollte ein besorgter Bürger wissen. Zunächst seien 9 kg benannt worden – nach hartnäckigen Grünen Anfragen werde diese Menge inzwischen mit 27 kg angegeben, so Kotting-Uhl. Ein anderer Bürger machte auf eine Schlemme in Grötzingen aufmerksam, die mit Krankenhausmüll eine Zeitbombe darstelle.
Im Mittelpunkt stand auch die Frage, ob und wo Atommüll denn wirklich sicher lagerbar sei. “Fukushima hat – 25 Jahre nach Tschernobyl – die letzten von uns aufgerüttelt, wie gefährlich und letztlich unkontrollierbar Atomkraftwerke und Radioaktivität sind. 0,2 % der Zeitrechnung können wir überblicken – aber mehrere Tausend Jahre?”
Sylvia Kotting Uhl äußerte Zweifel daran, Atommüll überirdisch über solch einen langen Zeitraum überwachen und kontrollieren zu können und verwies auf ein von ihr organisiertes Fachgespräch zum Thema, Endlagerung und Rückholbarkeit im Bundestag.
Dass auch der designierte Grüne Ministerpräsident Kretschmann zu einer ergebnisoffenen Endlagersuche aufgerufen habe, begrüßte Kotting-Uhl ausdrücklich. Natürlich wolle niemand ein Atommüll-Endlager vor seiner Haustür – dennoch müsse ohne Tabus eine bestmögliche Lösung gefunden werden.
Zum Ausklang der Karlsruher Veranstaltung ließ Zeitzeuge Nikolaj Bondar Erinnerungen an seine Zeit als Liquidator und Teil des Rettungsbataillons 731 beim Tschernobyl-Unglück aufleben und lud alle Anwesenden herzlich in seine Heimat die Ukraine ein.

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