AKW-Besuch der Kanzlerin: fehl am Platz

Pressemitteilung
Anlässlich des heutigen Besuchstermins von Bundkanzlerin Merkel beim Atomkraftwerk Emsland, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:
Mit ihrem heutigen Show-Besuch des AKW Emsland ist Kanzlerin Merkel völlig fehl am Platz. Im Kern geht es bei den Laufzeitplänen der Regierung doch gerade um die ältesten und anfälligsten Atomkraftwerke Deutschlands, deren Abschaltung bald ansteht. Von deren Defiziten sollte sich die Kanzlerin ein Bild verschaffen, anstatt einen weiteren Akzeptanzbeschaffungstermin zu absolvieren.
Bauteildefekte und Materialermüdung, Wasserstoffexplosionen und Rohrrisse, konzeptionelle Schwächen und Terrorgefahr – von den alten Atomkraftwerken geht in jeder Hinsicht ein deutlich höheres Risiko aus. Vier von ihnen wären Flugzeugabstürzen mit katastrophalen Folgen ausgeliefert. Wer es ernst meint mit der Sicherheit, muss die alten AKW schneller vom Netz nehmen, nicht später. Für die Stromproduktion sind sie sowieso längst überflüssig.
Die Regierung hat aber immer noch nicht transparent gemacht, welche Sicherheitsanforderungen sie überhaupt an ihre Laufzeitenpläne knüpft. Bis heute hat sie sich einer ehrlichen Debatte über die Risiken nicht gestellt. Dass die Kanzlerin für ihren Show-Termin einen weiten Bogen um die Schmuddel¬kinder der Atombranche macht, zeigt erneut, wo die schwarz-gelbe Reise im Herbst hingehen wird: künstlich erzeugter Bedarf für längere Laufzeiten auf dem Papier und Verdrängung der Risiken.

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