Atommüll – Wahnsinn für 1.000 Jahre

Kassel Veranstaltung Endlagersuche 2014-11-20

Über 100 Gäste folgten der Einladung der Kasseler Grünen zu einer Podiumsdiskussion in die Weinkirche. “Atommüll – Wohin mit dem Wahnsinn?” fragte die regionale Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch ihre Gäste. Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, erläuterte zum Beispiel, warum der radioaktive Müll nicht einfach auf eine Rakete verladen und in die Sonne geschossen würde. Dazu verwies er auf 45.000 Tonnen allein hoch-radioaktiver Fracht, die aus Deutschland ins All zu befördern seien. Dazu kämen mehrere 100.000 Tonnen mittel- und schwach-radioaktiver Abfall. Die Aufgabe könne daher nur sein, ein sicheres Endlager in Deutschland zu finden.

Sylvia Kotting-Uhl, für die Grünen in der Endlager-Kommission, bestätigte auf Nachfrage das Dilemma, auf das die bundesweite Endlager-Suche in jeder Region treffen werde: keiner will den strahlenden Müll haben. Dennoch müsse die Kommission diese gesellschaftliche Aufgabe angehen, sagte Kotting-Uhl, denn ins Ausland exportieren sei gar keine Option. Kein Land der Welt könne das immense Risiko für die Biosphäre kontrollieren. Wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in Gorleben lange Zeit nicht eingeholt wurden, seien das beste Mittel den strahlenden Wahnsinn sicher zu lagern.

Die vielleicht interessanteste Frage des Abends stellte eine junge Dame. Wie könnten nachfolgende Generation in 10.000 und mehr Jahren noch auf das strahlende Risiko hingewiesen werden. Dies sei ziemlich schwierig, sagte König, zumal man nicht wisse, wie sich die Generationen entwickeln. Das größte Risiko bestehe heute vielleicht durch terroristischen Missbrauch als Waffe oder einen Anschlag. In 10.000 Jahren könnte das größte Risiko sein, das ein verschlossenes Endlager zufällig oder unbeabsichtigt ,entdeckt’ werde und damit künftiges Leben erneut extrem bedrohen. Kassel Endlagersuche Podium 2014-11-20

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