Atommüllfässer haben Rost angesetzt

Badische Neueste Nachrichten

Minister: Keine Gefahr für die Bevölkerung
Eggenstein-Leopoldshafen (kam/dpa). Geht aus rostigen Fässern mit schwach- oder mittelradioaktiven Stoffen auf dem Gelände des ehemaligen Kernforschungszentrums – inzwischen Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) – eine Gefahr für die Menschen in der Region aus? Nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) ist aus keinem der 1 692 Rostfässer Radioaktivität ausgetreten. Die Stoffe seien entweder in ein neues Fass umgepackt oder der Behälter in ein Schutzfass eingestellt worden.
Von insgesamt 65 000 Fässern im größten oberirdischen Lager für Atommüll in Deutschland auf dem Areal der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) wurde bis Ende März laut Ministerium rund ein Drittel auf Korrosionsschäden kontrolliert. „Wir sind bislang auf der sicheren Seite, aber das kann sich ständig ändern“, meint die Karlsruher Bundestagsabgeordnete und atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl. Im Atommülllager in Eggenstein-Leopoldshafen türmen sich die Fässer, weil das Endlager im Schacht Konrad noch nicht zur Verfügung steht. Insgesamt lagert in Deutschland mehr Atommüll als bislang angenommen, bestätigte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Die Menge der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle könnte sich auf bis zu 600 000 Kubikmeter verdoppeln, wie aus dem Entwurf eines Entsorgungsplans hervorgeht. Das geplante Endlager Schacht Konrad ist bisher aber nur für 303 000 Kubikmeter genehmigt. n Kommentar und Zeitgeschehen

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | Titel | 19.11.2014

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