Kotting-Uhl, MdB, Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen, Karlsruhe

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Berichterstattung Podium bei der Kreishandwerkerschaft

Badische Neueste Nachrichten

„Warum sollen wir Sie wählen?“

Bundestagskandidaten stellen sich den Fragen der Kreishandwerkerschaft

Karlsruhe. Duale Ausbildung und Meisterprüfung, Lohnnebenkosten, Mehrwertsteuer für Handwerksbetriebe, Vermögens- und Erbschaftssteuer, energetische Sanierung und erneuerbare Energie: Das und mehr waren die Themen beim von BNN-Redakteur Matthias Kuld moderierten „Handwerkergespräch zur Bundestagswahl 2013“ im Bildungszentrum der Handwerkskammer. Eingeladen hatte die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe sieben Bundestagsabgeordnete und Kandidaten der verschiedensten Parteien aus Stadt und Landkreis.

„Die Politiker sollen richtig Farbe bekennen“, wünschte sich Kreishandwerkmeister Friedrich Hoffmann in der Begrüßung. „Warum sollen wir Sie und niemand anders wählen?“ wollte ein anderer Handwerksmeister wissen. Die provozierende Frage brachte keinen der Podiumsteilnehmer in Verlegenheit. Alle beteten fleißig ihr Wahlprogramm herunter. Mitglieder der Regierungsparteien verwiesen auf die Erfolge der vergangenen vier Jahre, und jene aus der Opposition zeigten sich kreativ, wenn es darum ging, dem politischen Gegner Misswirtschaft oder Hinhaltetaktik vorzuwerfen.

Olav Gutting, CDU-Mitglied des Bundestags aus Bruchsal-Schwetzingen, wünscht sich Steuervereinfachung und möchte das Steuer-Dumping der internationalen Konzerne beenden. Es sei an der Zeit, die Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge zurückzunehmen. Dafür sei indes eine Mehrheit im Bundesrat notwendig.

Ingo Wellenreuther, CDU-Mitglied des Bundestags aus Karlsruhe-Stadt, bezeichnete die duale Ausbildung als Erfolgsmodell, das Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit beschert habe. Eine klare Absage erteilte er der von anderen Parteien geplanten Vermögenssteuer. Auch Patrick Meinhard, FDP-Mitglied des Bundestags von Karlsruhe-Land, lobte die duale Ausbildung. Von der Gemeinschaftsschule hält er nichts. Sein Wunsch ist die Erhöhung des Budgets für Bildung und Ausbildung.

Sylvia Kotting-Uhl, Mitglied des Bundestages von Bündnis 90/Die Grünen, hob ab auf erneuerbare Energie. Diese schaffe Arbeitsplätze und habe geholfen, das Land über die Krise zu hieven. Alexander Geiger, Grünen-Kandidat aus Bruchsal-Schwetzingen, legt seinen Schwerpunkt auf Gesundheitsprävention und Lärmschutz und möchte den Dialog zwischen den Generationen optimieren. Parsa Marvi SPD-Kandidat Karlsruhe-Stadt, betonte, dass eine Vermögensabgabe bei hohem Einkommen notwendig sei. Der Staat benötige das Geld für Investitionen und für Abbau der Staatsschulden. Heinz-Peter Schwertges, Kandidat der Linken Karlsruhe-Land, unterstrich: „Armut ist nicht akzeptabel. Wir wollen Gerechtigkeit einfordern.“ Die Vermögensabgabe für Millionäre sei im Programm verankert.

Zahlreiche Fragen aus dem Publikum drehten sich auch um die Mehrwert-steuer. Die meisten Politiker waren sich einig, dass es mit Blick auf die europäische Vergleichssituation zu einer Novelle kommen müsse.
Monika John
Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | AUS DER REGION | 13.07.2013