… bei Sylvia Kotting-Uhl

Badische Neueste Nachrichten:  “der Sonntag” bei….
Wenn ich samstags über Karlsruher Wochenmärkte schlendern kann, feine Dinge einkaufen und dann am Sonntag beim Kochen etwas Neues ausprobiere, dann ist das für mich Entspannung“, erzählt Sylvia Kotting-Uhl. Aus dem Urlaub in Südfrankreich hat sie gerade eine eigene Kreation für Tarte mit Apfel und Roquefort-Käse mitgebracht.
„Aber an sehr vielen Wochenenden bin ich unterwegs in ganz Deutschland oder Europa, da kann ich nicht für Freunde oder die zwei Söhne und ihre Familien kochen.“ Die autolose Bundestagsabgeordnete der Grünen ist auf vielen Parteikongressen präsent und zudem als Fachfrau gefragt, nicht nur in eigenen Kreisen.
Seit Jahrzehnten beackert sie ein Spezialgebiet, die Atompolitik. „Dabei ist es manchmal nötig, angreifende grüne Opposition zu sein, aber um die Menschen etwas zu erreichen, arbeiten wir beispielsweise in Sachen Atommüll sehr konstruktiv und verantwortungsvoll mit“, betont Kotting-Uhl. Sie gehört jener Kommission an, die in Deutschland den Weg zu einem akzeptierten Endlager für hoch radioaktiven Müll ebnen soll. „Da müssen wir unbedingt bis zur nächsten Wahl einen Konsens finden.“ Und sie reiste mehrfach nach Japan, um dort von deutscher Ausstiegspolitik zu berichten und zu solchem Vorgehen zu ermutigen.
Das Atomunglück von Tschernobyl 1986 gab mit den Anstoß, dass sich Kotting-Uhl den Grünen anschloss. „Wir lebten mit den Kindern im Kraichgau und hatten einen alten Bauernhof in Sinsheim-Weiler unterm Steinsberg. Wir bauten alles selbst an und mir wurde klar, eine grüne Insel allein genügt nicht.“ Das Partei-Engagement führte sie bis zum Landesvorsitz in Baden-Württemberg 2003 und 2005 erstmals in den Bundestag. Bei der Wahl 2013 stand die heute 61-Jährige auf Platz drei der Landesliste und holte in Karlsruhe 13,7 Prozent der Erststimmen.
Den heutigen Sonntag verbringt sie in Berlin. Der Bundestag veranstaltet eine Art Tag der offenen Tür und die Abgeordnete steht den Besuchern Rede und Antwort, zum Beispiel über das umstrittene Freihandelsabkommen zwischen EU und USA. Wenn keine politische Präsenz in Europa oder dem Wahlkreis ansteht, dann genießt die Grüne in ihrer Wohnung der Innenstadt neben Kochexperimenten noch Lesestunden mit Romanen: „Zuletzt war ich begeistert von Louisa Youngs ,Eins wollt ich dir noch sagen‘. Darin geht es um eine Liebe im Ersten Weltkrieg“. Thomas Liebscher
Quelle: Badische Neueste Nachrichten | der SONNTAG Karlsruhe | Die Region | 07.09.2014
 

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