Entwicklungen in der japanischen Atompolitik seit dem Atomunfall von Fukushima

Analyse- und Hintergrund-Papier (2013-2014)
Der Autor Hideyuki Ban ist einer der kundigsten und profiliertesten Atomkraftkritiker in Japan.
Nach der Atomkatastrophe war Ban Mitglied in vier staatlichen Experten-Kommissionen und ist heute Co-Direktor des CNIC (Citizens’ Nuclear Information Center).*
2013 erstellte er bereits ein Papier auf meine Bitte, um uns in Deutschland einen Überblick über Entwicklungen und Widerstände, über Akteure und Zusammenhänge in technischer, politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht zur Verfügung zu stellen. Zum Jahrestag hat er jetzt eine aktuelle Fassung angefertigt, die er uns gerne zur Verfügung stellt.”


1. Einleitung
Es soll hier die Entwicklung der japanischen Atompolitik nach dem Reaktorunfall von Fukushima im Zweijahreszeitraum 2013/2014 dargestellt werden. Zunächst wird auf die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe vor drei Jahren eingegangen, um anschließend die Atompolitik der seit Dezember 2012 amtierenden Koalitionsregierung aus LDP und Komeito zu behandeln.
 
2. Radioaktive Verschmutzung und gesundheitliche Auswirkungen
Die beim Reaktorunfall im AKW Fukushima Daiichi ausgetretenen Radionuklide haben den Boden in weitem Umfang verseucht. Den größten Anteil an den im Boden enthaltenen radioaktiven Stoffen machen dabei Caesium-134 (Halbwertszeit 2,1 Jahre) und Caesium-137 (Halbwertszeit 30,2 Jahre) aus. Diese beiden Isotope gelangten ursprünglich im Verhältnis 1 : 1 in die Umwelt. …

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* Hideyuki Ban war Mitglied in vier staatlichen Sachverständigen-Gremien: Im Expertenforum zur Revision der japanischen Atomenergiekommission JAEC, eingerichtet von der dem Premierminister unterstehenden Abteilung für Nationale Strategie (National Policy Unit), im Unterausschuss Grundfragen des Beratungsausschusses für Energie und natürliche Ressourcen des japanischen Wirtschaftsministeriums sowie im Planungsrat für das „New Framework for Nuclear Energy“ und im Unterausschuss für die Prüfung von Atomkraft- und Brennstoffkreislauf-Technologien, beide eingerichtet von der JAEC.

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