Erklärungsversuche für Gronauer Uran-Unfall sind unbefriedigend

Pressemitteilung
Zum Ergebnis der mündlichen Fragestunde im Bundestag zum Zwischenfall in der Urananreicherungsanlage in Gronau erklären Sylvia Kotting-Uhl, die atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und der NRW-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer:
Die Aussagen der Bundesregierung in der heutigen Fragestunde im Bundestag haben erneut deutlich gemacht, dass der Umgang mit Uran hochriskant ist und eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt. Alle bisherigen Erklärungsversuche für den Unfall sind völlig unbefriedigend. Wenn allein eine falsche Deklarierung zur Verstrahlung eines Mitarbeiters führen kann, steckt im Gronauer System offensichtlich ein graierender Fehler.
Der Zwischenfall in der Urananreicherungsanlage ist auch sechs Tage nach dem Unfall noch nicht aufgeklärt. Die Bundesregierung konnte auch heute noch keine ausreichenden
Angaben dazu machen, wie die fälschlicherweise als leer und gereinigt deklarierten Fässer einer schwedischen Firma trotzdem durch einen Mitarbeiter in Gronau geöffnet wurden. Entgegen erster Aussagen, der Mitarbeiter könne nach kurzer Behandlung entlassen werden, durchläuft er noch immer eine Odyssee durch mittlerweile vier Krankenhäuser.
Dies zeigt deutlich, dass es keine funktionierenden Notfallpläne für einen solchen Fall gibt und offensichtlich die Sicherheitsbarrieren in der Urananreicherungsanlage unzureichend sind.
Wir fordern die unverzügliche Einschaltung der schwedischen Atomaufsicht. Der noch immer nicht aufgeklärte Zwischenfall und die heute getroffenen Aussagen im Bundestag sind Anlass
genug, die Urananreicherungsanlage Gronau zu schließen. Dafür sprechen viele Gründe, die der jetzige Vorfall fügt nur einen weiteren hinzu.

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