EU bündelt Atomforschung

Badische Neueste Nachrichten

Kommission stärkt das Karlsruher Institut für Transurane

Von unserem Redaktionsmitglied Tobias Roth

Karlsruhe. Die EU-Kommission setzt bei der Atomforschung auf Karlsruhe. Das Institut für Transurane wird zum zentralen Standort für die Forschung bei den Themen „Nukleare Sicherheit und Sicherung“, wie das Institut gestern mitteilte. Damit strukturiere die EU-Kommission ihre Atomforschung um und bündele die Aktivitäten am Joint Research Center (JRC) Karlsruhe auf dem Campus Nord des KIT, dem Gelände des früheren Kernforschungszent-rums. Die nuklearen Forschungsprogramme, die neben Karlsruhe bisher auf Standorte in Belgien, den Niederlanden und Italien verteilt waren, werden nun unter dem Dach der Karlsruher Direktion zusammengefasst. „Die Verantwortung für die in Europa benötigte Expertise zu nuklearer Sicherheit und Sicherung ist damit am Standort Karlsruhe konzentriert“, heißt es in der Mitteilung.

Die Karlsruher Grünen-Bundestagabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl sieht die Umstrukturierung kritisch. „Dass die EU-Kommission ihre Atomforschung ausgerechnet an einem Standort im Ausstiegsland Deutschland bündelt, empfinde ich als provokativ“, sagte Kotting-Uhl gestern gegenüber dieser Zeitung.

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) betonte auf Anfrage, es gehe nicht um eine zusätzliche atomare Forschung in Karlsruhe. Zudem sei das Thema nukleare Sicherheit auch für die noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland und die Frage der Entsorgung des Atommülls wichtig. Die Forschung in Karlsruhe diene außerdem auch anderen Ländern in der EU, die in Zukunft weiter auf Atomkraft setzen.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | Titel | 09.09.2016

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