Euratom endlich erneuerbar ausrichten

Pressemitteilung

Anlässlich des 60. Jubiläums des Euratom-Vertrages am 25. März 2017 erklärt Sylvia Kotting-Uhl MdB, Sprecherin für Atompolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Der Euratom-Vertrag ist mit dem absurden Ziel der „Entwicklung einer mächtigen Kernindustrie“ fulminant gescheitert. Die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima, Berge von Millionen Jahre strahlendem radioaktivem Müll und ein immenser Schaden für Mensch und Umwelt – 60 Jahre später hat sich die Atomkraft unbestreitbar als größter Irrtum unserer Industriegeschichte erwiesen.

Euratom ist in vielerlei Hinsicht ein Mängelexemplar: undemokratisch und intransparent verhindert er Mitspracherechte bei grenznahen Schrottreaktoren. Stattdessen werden auf Grundlage von Euratom Subventionen für irrsinnige AKW-Neubauprojekte wie das britische Hinkley Point C und das ungarische PAKS II bewilligt. Zusätzlich werden Milliarden von Steuergeldern für die Erforschung neuer Formen der Atomkraft in Form des Kernfusionsreaktors ITER verschleudert.

Ein Rückschritt ins atomare Zeitalter führt ins ökologische und ökonomische Desaster! Die Hochrisikotechnologie darf nicht weiter privilegiert und hofiert werden. Deswegen muss der Euratom-Vertrag endlich grundlegend reformiert und in Richtung Erneuerbare Energien ausgerichtet werden. Ist das nicht möglich, muss die Bundesregierung den Vertrag einseitig aufkündigen!

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