Europa-Projekttag: Walter-Eucken-SchülerInnen diskutieren mit MdB Sylvia Kotting-Uhl

Karlsruhe. Die Karlsruher Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hat am Montagvormittag im Rahmen des Europa-Projekttages die Walter-Eucken-Schule besucht. Schulleiter Manfred Czychi und der Europa-Beauftragte der Schule, Michael Flick eröffneten das Aufeinandertreffen von rund vierzig Schülern mit Sylvia Kotting-Uhl; stellten dem Gast die Schule und deren Europa-Bezug vor. So waren auch Schüler der beiden vertretenen Klassen, dem Berufskolleg Fremdsprachen bzw. der Europa-Sekretärinnen, schon in Sachen Schule im Ausland oder bereiten sich auf einen Aufenthalt vor.

Walter-Eucken-SchülerInnen diskutieren mit MdB Sylvia Kotting-Uhl

Walter-Eucken-SchülerInnen diskutieren mit MdB Sylvia Kotting-Uhl


Als das Wort an die Umwelt- und Atompolitikerin ging, konnte sie aus erster Hand von der Euro-Hilfe-Abstimmung für Griechenland berichten. “Die vergangene Woche in Berlin und die Abstimmung unter Zeitdruck war wirklich eine heikle Sache.” Sie selber habe mit “Ja” gestimmt, was sie den Schülern auch erläuterte: “Wir sind ein Wirtschaftraum. Wirtschaftliche Beziehungen waren vor rund sechzig Jahren der Grundstein für ein friedliches Europa. Deutschland hat viel am Handel mit den jetzt in Schwierigkeiten geratenen Ländern verdient. Wenn diese Partner Probleme haben, bin ich für Hilfe.” Auf den Einwand einer Schülerin, die Griechen hätten wohl was falsch gemacht und sollten nicht noch unterstützt werden, gab Sylvia Kotting-Uhl zu bedenken, dass “die Griechen ganz sicher Strafe genug hinnehmen müssen”, durch das was nun ohnehin intern an Sparmaßnahmen auf sie zukomme. Kritik richtete sie an die, die die Situation mit herbeigeführt hätten und nun ausnutzen wollten: “Wir dürfen nicht auch noch unterstützen, dass Banken und Rating-Agenturen nun schon mit ganzen Volkswirtschaften Monopoly spielen. Deshalb darf Griechenland nicht in den Konkurs geschickt werden. Deshalb müssen wir aber auch in einem nächsten Schritt Instrumente zur Eindämmung solcher globaler Spekulationen einführen.”
Auch zu einem möglich EU-Beitritt der Türkei diskutierten die Schüler mit der grünen Volksvertreterin. Menschenrechtsfragen standen im Raum. Sylvia Kotting-Uhl brachte den Zuhörern ihren Standpunkt näher: “die Türkei ist das islamische Land, was als einziges die Bindegliedfunktion zwischen unserem und dem islamischen Kulturkreis übernehmen kann. Und die Chance sollten wir nutzen.” Sie warb im Sinne der Europäischen- und darüber hinaus gehenden Völkerverständigung für den Willen zu gegenseitigem Verständnis: “Warum gibt es im Islam andere Regeln als im so genannten christlichen Abendland? Nur wenn wir die Hintergründe und Entwicklungen kennen, nähern wir uns auch an.”
Schulleiter Manfred Czychi lud Sylvia Kotting-Uhl nach den zwei informativen Schulstunden direkt zu einer Folge-Gesprächsrunde ein, um weitere Europa-Themen mit den Schülern zu diskutieren. “Ich tausche mich gerne mit jungen Leuten aus, weil die einem oft helfen, bisher unbekannte Sichtweisen in Debatten einzubeziehen. Meinungsbildende Äußerungen sind ausdrücklich gewünscht. Ob per Brief oder über Facebook, wir Politiker sind erreichbar. Und eben auch persönlich. Deswegen komme ich gerne wieder.”
Den Europa-Projekttag gibt es in dieser Form seit Deutschlands EU-Rats-Vorsitz 2007. Kanzlerin Merkel ruft jedes Jahr zum Austausch zwischen Parlamentariern und Schülern auf.

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