Freude über Spletts Posten

Badische Neueste Nachrichten
Von unserem Redaktionsmitglied Patrizia Kaluzny
Für Klaus Stapf war es nicht die große Überraschung. Der Grünen-Bürgermeister wusste schon seit zwei Tagen, was gestern aus Stuttgart durchsickerte: Die Karlsruher Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Splett wird Staatssekretärin im Verkehrsministerium und erhält Stimmrecht im Kabinett (Siehe auch Südwestecho). “Ich freue mich sehr für sie, dass sie diese große Aufgabe bekommen hat. Sie hat es verdient”, sagt Stapf gestern Abend auf BNN-Anfrage. “Ich schätze sie sehr, sie hat Talente in mehreren Bereichen und ist dieser Aufgabe auf jeden Fall gewachsen”, erklärt Stapf, der parteiintern dafür geworben hat, dass Karlsruhe im Stuttgarter Kabinett berücksichtigt wird. “Es ist ganz gut, einen direkten Draht in die Regierung zu haben.” Vier Jahre lang arbeiteten Stapf und Splett im Karlsruher Gemeinderat zusammen. “Drei Jahre davon war sie Fraktionssprecherin und ich Stellvertreter”, erinnert sich Stapf. “Es war die beste politische Zusammenarbeit, die ich erlebt habe.”
Es sei eine große Freude für sie persönlich und die Karlsruher Grünen, die damit weiter gestärkt werden, sagt Spletts Parteikollegin in Berlin, Sylvia Kotting-Uhl. “Eine Ökologin im Verkehrsressort zeigt, wohin die Reise unter der neuen Regierung geht – Verkehrs- und Umweltpolitik werden zukünftig zusammen gedacht”, so die atompolitische Sprecherin der Grünen. Über eine “kompetente Stimme aus Karlsruhe in der Landesregierung”, freut sich auch die Sprecherin der Karlsruher Grünen-Fraktion, Bettina Lisbach, die ihrer Kollegin gestern gleich telefonisch gratulierte. “Ich hoffe, dass es ihr gelingt, eine Kehrtwende bei der zweiten Rheinbrücke einzuleiten, und dass der Mehrheitsentscheid des Gemeinderat mehr Gewicht bekommt”, so Lisbach. Zudem setzt die Fraktionssprecherin, die mit Splett im Gemeinderat eineinhalb Jahre eng zusammengearbeitet hat, auf mehr Transparenz bei der Kombi-Lösung. “Wir freuen uns, dass die grüne Wende landesweit möglich wird.” Das Resort Lärmschutz als ihr Schwerpunkt passe gut zu Spletts umweltpolitischem Profil, so Lisbach weiter.
Eine zeigte sich gestern Abend doch überrascht: Anne Segor, zweieinhalb Jahre lang Spletts Wegbegleiterin im Karlsruher Gemeinderat. “Dass sie einen guten Posten bekommt, erstaunt mich nicht. Ich habe jedoch sicher geglaubt, dass es das Umweltministerium wird”, gesteht sie. Segor ist sich aber sicher, dass Splett die neue Aufgabe gut und “im Sinne der Grünen” angehen wird. “Sie kann kämpfen und ist immer in Bewegung.” Sie werde für Karlsruhe die virulenten Themen angehen und in Sachen zweite Rheinbrücke ihre Stimme geltend machen, ist sich Segor sicher.
Für Grünen-Stadtrat Manfred Schubnell ist es “keine große Überraschung”. Die 44-Jährige sei “sehr rührig” in der letzten Legislaturperiode gewesen. “Sie hat sehr viel für Karlsruhe getan und war sehr präsent”, sagt Schubnell. “Es ist der richtige Platz für sie.”

Print Friendly, PDF & Email

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://kotting-uhl.de/site/freude-uber-spletts-posten/