Für Europa begeistern

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Stoch und Kotting-Uhl bei Bildungseinrichtungen

eki/BNN. Mit dem Agneshaus und der Walter-Eucken-Schule wurden anlässlich des gestrigen EU-Projekttages gleich zwei Karlsruher Bildungseinrichtungen von Politikern besucht, zur Stippvisite kamen der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch (SPD) und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

In Deutschland hängen die Bildungschancen der Kinder mehr als in jedem anderen europäischen Land vom Geldbeutel der Eltern ab, sagte Kotting-Uhl beim Besuch des Agneshauses. Diese bildungspolitische Ungerechtigkeit werde leider von Generation zu Generation weitergegeben. Deshalb setzen sich die Grünen für das längere gemeinsame Lernen und die „Schule für alle“ nach skandinavischem Vorbild ein. „Dort gibt es eine bessere Durchmischung der Kinder und dadurch mehr Bildungsgerechtigkeit. Da müssen wir auch hin“, so Kotting-Uhl. Es sei kein offizieller Wahlkampftermin, betonte die Grünen-Politikerin, die sich gestern anlässlich des EU-Projekttages zwei Stunden Zeit für eine Diskussionsrunde mit den angehenden Erzieherinnen und Erziehern der katholischen Fachschule für Sozialpädagogik nahm.

Kotting-Uhl nutzte den Termin, um politische Fragen zu beantworten und erläuterte einige der Eckpunkte des Wahlprogramms der Grünen für die Bundestagswahl am 22. September. Natürlich sei auch die Kinderbetreuung ein politisches Thema und derzeit auch ein „echtes Problem“, so Kotting-Uhl. Noch immer fehlen bundesweit noch rund 10 000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, teilweise wegen fehlender Infrastruktur, teilweise wegen zu wenigen Fachkräften.

„Da muss einfach mehr Geld in die Hand genommen werden“, forderte Kotting-Uhl, das gelte sowohl für den Bau neuer Kitas als für die Entlohnung von Erziehern. Und wo soll das Geld herkommen? „Ohne Erhöhung von Spitzensteuersatz und Vermögensabgabe wird es schwierig“, so Kotting-Uhl

Stoch diskutierte an der Walter-Eucken-Schule – einer beruflichen Schule mit kaufmännischer Richtung – mit Schülerinnen und Schülern über Europa. „Es ist eine wichtige Aufgabe unserer Schulen, Jugendliche für die europäische Idee zu begeistern und ihnen zu vermitteln, dass Europa mehr ist als eine gemeinsame Währung und Rettungspakete“, sagte er.

Gerade in Zeiten, in denen die Berichterstattung über Europa meist von Negativschlagzeilen geprägt sei, gewinne es an Bedeutung, der jungen Generation zu zeigen, wofür Europa stehe, nämlich für gemeinsame Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Frieden, Freiheit, Menschenrechte und Solidarität, so Stoch.

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