„Gelebte Integration“ als wichtiges Ziel

Badische Neueste Nachrichten
Das Kant-Gymnasium feiert sein 150-jähriges Bestehen / Schüler aus 26 Ländern
[singlepic id=352 w=320 h=240 float=left]wg. Mit einem Festakt in der Aula haben Schulleitung, Lehrer, Schüler und Gäste gestern das 150-jährige Bestehen des Kant-Gymnasiums gefeiert. Die Lehranstalt in der Englerstraße 10 wurde 1863 als höhere Bürgerschule gegründet und zog bereits zehn Jahre später in ihr aktuelles Gebäude ein.
„Am Kant-Gymnasium haben Generationen junger Karlsruher eine wesentliche Bildungsgrundlage für ihre Zukunft erhalten“, sagte Bürgermeister Martin Lenz, der die Grüße der Stadt Karlsruhe überbrachte. Getreu ihrem Jubiläumsmottos „Einheit in Vielfalt“ weise die Lehranstalt mit ihren rund 425 Schülerinnen und Schülern aus 26 Ländern „eine beachtliche Vielfalt“ auf, die nicht nur das Schulleben bereichere. Diese mache es möglich, interkulturelle Themen wie selbstverständlich in den Unterricht zu integrieren, so Lenz. Bis heute sei die Schule das einzige Gymnasium der Fächerstadt, das Russisch als Fremdsprache anbiete. Auch was die Nachmittagsbetreuung anbelange, sei das Kant-Gymnasium „ein Pionier“ gewesen, betonte der Bürgermeister. So habe die Schule bereits im Jahr 2000 ein entsprechendes Angebot eingerichtet, das im Schuljahr 2007/2008 zu einem offenen Ganztagesangebot erweitert wurde.
Doch nicht nur die Wissensvermittlung stehe in der Lehranstalt im Fokus, betonte Lenz. „Das Kant-Gymnasium will nicht nur Bildung und Wissen vermitteln, sondern auch die Eigenständigkeit und Persönlichkeit der Schüler fördern“, sagte er. Dies dokumentierten die zahlreichen AGs, die in der Schule angeboten würden.
In den vergangenen fünf Jahren habe die Stadt Karlsruhe als Schulträger rund 660 000 Euro in die Entwicklung des Kant-Gymnasiums investiert, um einen Beitrag zu dem positiven Schulalltag zu leisten, so Lenz.
„Gelebte Integration“ sei ein wichtiges Ziel im Kant-Gymnasium, unterstrich Schulleiter Hans-Ulrich Krause. „In unserer Schule kommen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Interessen zusammen, was wir als sehr positiv empfinden, da wir viel voneinander lernen“, sagte er. Eigenständiges Denken und Handeln seien ebenso gefordert wie Disziplin, Rücksichtnahme und Mitgefühl. „Andere Meinungen werden respektiert, sachliche Kritik ist erwünscht“, erklärte Hans-Ulrich Krause weiter. Damals wie heute bildeten die von dem Namensgeber der Schule – dem Philosophen Immanuel Kant – proklamierten Werte Vernunft, Freiheit, Toleranz und Solidarität den Rahmen für das Zusammenleben im Kant-Gymnasium.
Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl gratulierte zum Jubiläum. In Zukunft müsse in Deutschland deutlich mehr Geld in Bildung investiert werden, betonte sie. Angesichts des demografischen Wandels könne es sich der Staat nicht leisten, weiterhin viele „Bildungsverlierer“ zu produzieren.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Schülerinnen und Schülern des Kant-Gymnasiums.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 12.10.2013

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