Japanischer Atomausstiegsplan wird dem Risiko nicht gerecht

Pressemitteilung
Anlässlich des Atomausstiegplans der japanischen Regierung, erst nach einer 40-jährigen Laufzeit alle AKWs abzuschalten, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:
Mit dem neuen Ausstiegsplan versucht die japanische Regierung auf Biegen und Brechen möglichst viele AKWs möglichst lange am Netz zu lassen. Nach dem neuen Plan würden fünf Reaktoren auch über die Zeit von 2040 hinaus am Netz bleiben, zwei im Bau befindliche Reaktoren sogar bis Mitte 2050. Nur drei Reaktoren würden jetzt stillgelegt, da sie die 40-jährige Laufzeit bereits überschritten haben.
Die japanische Regierung darf nicht nur Gründe dafür suchen, wie sie die Atomkraft am Leben erhalten kann. Gerade das Risiko japanischer AKWs ist besonders hoch, weil Japan ein überall von Erdbeben gefährdetes Land ist und die Stärke der Beben zunimmt. Die Gefahrenlage für die gesamte japanische Bevölkerung darf die Regierung nicht einfach wegwischen, sie sollte stattdessen einen möglichst schnellen Ausstiegsplan erarbeiten. Unter anderem müssen alle fünf Reaktoren von Hamaoka vom Netz bleiben. Das am Pazifik gelegene Atomkraftwerk steht an einer besonders gefährlichen Stelle: drei tektonische Platten treffen dort aufeinander, ein Großbeben wird bereits seit längerem befürchtet. Japan kann bei raschem Einstieg in den Ausbau der Erneuerbaren sehr viel schneller als von der Regierung jetzt geplant aus dem atomaren Risiko aussteigen. Die Zivilbevölkerung darf in ihrem Druck auf die Regierung nicht nachlassen!

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