Kernkraftnutzung gibt Schülern zu denken

Badische Neueste Nachrichten

Junge Neureuter beschäftigen sich mit Atompolitik
Kotting-Uhl: „Hohe Zukunftslast“

eki. Unter welch menschenunwürdigen Bedingungen in Namibia, Australien und Kanada heute noch Uran abgebaut wird und wie wenig die Arbeiter dabei über die möglichen Risiken durch den Kontakt mit dem radioaktiven Element informiert werden, hat Nina erst am Dienstag durch den Film „Yellow Cake“ in der Schauburg erfahren. „Das gibt einem echt zu denken. Normalerweise sollte das Erzeugen von Atomkraft auf der ganzen Welt verboten werden“, sagt die Oberstufenschülerin des Gymnasiums Neureut. Am Donnerstag konnten Nina und ihre Mitschüler bei einem Jugendforum zum Auftakt der vierten Karlsruher Atomtage dann noch tiefer in die Materie einsteigen.

Workshop für Jugendliche während der Karlsruher AtomtageZunächst einmal lieferte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl Impulse, anschließend durften sich die Schüler in einem Workshop mit der Atompolitik auseinandersetzen. Die Antworten werden am Samstag präsentiert.

„In der Erde richtet Uran keinen Schaden an. Aber wenn es angereichert wird, können damit Kraftwerke betrieben und Atombomben gebaut werden“, betonte Kotting-Uhl. Wegen der hohen Risiken werde der Uranabbau bis heute recht gerne an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt. Trotz des angekündigten Ausstiegs aus der Kernenergie gebe es auch in Deutschland noch Anreicherungsanlagen für Uran.

Dass die vollkommene Sicherheit beim Betrieb eines Kernkraftwerks nicht garantiert werden könne, wurde laut Kotting-Uhl vor allem durch die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima deutlich. In Tschernobyl sorgte der „Faktor Mensch“ durch einen Bedienfehler für den Super-GAU, in Japan war es ein Erdbeben. „Außerdem ist Atomkraft eine Energie mit einer hohen Zukunftslast“, so Kotting-Uhl weiter. Bis ein Kernkraftwerk abgewickelt und zurückgebaut sei, vergehen durchschnittlich drei Jahrzehnte. „Und der radioaktive Müll muss dann eine Million Jahre in möglichst sicheren Endlagern vor der Biosphäre verwahrt werden“, betonte die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag.

„Wir wollen die Jugendlichen zu mündigen Bürgern machen, die hinterher auch etwas bewegen wollen“, nannte Lehrerin Antje Maisch den Grund für den Workshop.

Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 21.09.2018 | Seite 20

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