Mangelhaftes Gutachten: Schwarz-Gelb muss Hermesbürgschaft für brasilianisches AKW stoppen

Pressemitteilung
Zum von Areva freigegebenen Gutachten zur Hermesbürgschaft für das brasilianische
Atomkraftwerk Angra 3 erklären Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik, und
Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Die Bundesregierung muss die Hermesbürgschaft für das brasilianische AKW Angra 3 umgehend stoppen. Denn das von der Bundesregierung eingeforderte Gutachten ignoriert den aktuellen Stand der Sicherheitsanforderungen. Auch auf entscheidende Kritikpunkte und Sicherheitsbedenken liefert das Gutachten keine Antworten. Selbst bei den bekannten Risiken – wie Erdrutschen – am Standort Angra 3, wird auf noch ausstehende Prüfungen verwiesen. Mangelnde Informationen und fehlende Bewertungen ziehen sich durch das gesamte Gutachten.

Die Erfolglosigkeit des neuen Gutachtens beweist: Selbst der wohlgesonnenste Gutachter kann einen völlig veralteten Reaktortyp nicht in so positives Licht rücken, dass er heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Die Bundesregierung muss nun endlich zu ihren eigenen Worten stehen und als Messlatte den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik anlegen. Sogar Areva räumt ein: “Üblicherweise ist die Zustimmung der Behörde daran gebunden, ob das Bauvorhaben die erforderlichen Kriterien des Standes von Wissenschaft und Technik erfüllt.”

Schwarz-Gelb muss das Atomprojekt ablehnen, statt auf Zeit zu spielen. Der Verweis auf den noch ausstehenden Stresstest für Angra 3 in Brasilien ist eine Flucht aus der Verantwortung. Klar ist: Ein Stresstest, der vom AKW-Betreiber selbst durchgeführt und von der nicht-unabhängigen brasilianischen Atombehörde bewertet wird, ist pure Gefälligkeit.
 

AKW Angra dos Reis, Brasilien

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