Milliardengrab ITER endlich schließen

Pressemitteilung

Anlässlich der heutigen Abstimmung des Europäischen Parlaments über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020, der eine weitere Förderung des Kernfusionsreaktors ITER in Höhe von 2,6 Milliarden vorsieht, erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:

Die weitere Subventionierung des Milliardengrabs ITER ist eine gravierende Fehlentscheidung, die den EU-Haushalt in schwierigen Zeiten unnötig belastet. Die seit Jahren explodierenden Kosten dieses unsinnigen Vorhabens tragen am Ende die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ohne einen Nutzen davon zu tragen. Denn sollte mittels Kernfusion in ferner Zukunft überhaupt Energie erzeugt werden können, werden bis dahin die Erneuerbaren längst unschlagbar billig sein. Hinzu kommt das Vermächtnis des radioaktiven Mülls, für den es bisher kein sicheres Endlager gibt. Die Bundesregierung muss deshalb jetzt die Notbremse ziehen und sich aus dem ITER-Projekt zurückziehen.

Der in Deutschland fraktionsübergreifend beschlossene Atomausstieg muss endlich auch in der Energieforschung konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört, dass Gelder, die auf nationaler und europäischer Ebene in die Erforschung von Kernfusion, Transmutation und Reaktoren der IV. Generation fließen, schnellstmöglich umgewidmet werden müssen in die Erforschung von Techniken der Erneuerbaren Energien.

Welchen geringen Stellenwert Klima-und Umweltschutz im Vergleich zur Atomtechnologie immer noch haben, wird mit dem MFR-Beschluss auf bittere Weise deutlich: die ITER-Fördersumme in Höhe von 2,6 Milliarden Euro für die Jahre 2014-2020 ist nur um etwa 10% niedriger als das gesamte Budget für das einzige Umweltförderprogramm der EU.

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