Milliardengrab ITER: EU muss endlich Reißleine ziehen

Pressemitteilung
Zu der heute bekannt gewordenen Finanzlücke beim Versuchs-Fusionsreaktor ITER erklären Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender, und Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
Die EU muss nun endlich aus dem ITER-Projekt aussteigen. Zusätzliche Mittel für dieses überflüssige Projekt dürfen nicht bereit gestellt werden. Nachdem 2006 von Gesamtkosten von 5 Milliarden Euro ausgegangen wurde, sollten es vergangenes Jahr noch 12 Milliarden Euro sein. Heute werden allein für den EU-Anteil über 7 Milliarden Euro verlangt. Mit weiteren Kostensteigerungen ist zu rechnen. Dabei erwarten selbst Optimisten frühestens 2050 eine Stromerzeugung durch Kernfusion.
Seit den 50er Jahren wird uns mit der Fusionsenergie eine billige, unendliche und ungefährliche Energiequelle versprochen. Dieses Versprechen konnte bisher nicht eingelöst werden, obwohl bereits Milliarden in die Forschung investiert wurden. Immer noch wird von einer Technologiereife in 40 bis 50 Jahren gesprochen.
Mit dem ITER-Projekt sollte der große Schritt in der Fusionsforschung getan werden. Sieben gleichberechtigten Partner, die europäische Atomgemeinschaft, Japan, Russland, Volksrepublik China, Südkorea, Indien und USA teilen sich die Kosten.
Die Kernfusionsforschung ist ein Milliardengrab. Man setzt wieder auf eine Risikotechnologie mit ungewissem Ergebnis, anstatt die reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen zu nutzen. Mit erneuerbaren Energien können wir ausreichend viel Strom und Wärme produzieren und Mobilität sichern, um andere Energiequellen überflüssig zu machen. Diese risikoarme, kostengünstige Alternative darf nicht – wie jetzt beim Marktanreizprogramm und der Solarförderung – unter die Räder kommen, um das Geld für unnötige und unsichere Prestigeprojekte zum Fenster raus zu werfen.

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