Kotting-Uhl, MdB, Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen, Karlsruhe

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Grüner Wahlkampfauftakt in Baden-Württemberg

Badische Neueste Nachrichten

Mit scharfer Zunge für den grünen Wandel

Trittin, Andreae, Özdemir und Kotting-Uhl greifen an

Von unserem Redaktionsmitglied Rupert Hustede

Den Spitzenkandidaten haben die Grünen den Karlsruhern gleich zum Auftakt ihres Bundestagswahlkampfs vorgezeigt. Immerhin eröffneten sie gestern Abend auf dem Stephanplatz ihren Wahlkampf für den ganzen Südwesten. Und Jürgen Trittin – einst Fundi, dann Umweltminister und heute in der Öko-Partei mit dem Status eines grünen Staatsmannes – greift vor 400 Zuhörern an diesem heißen Spätnachmittag mit seiner scharfen Zunge an. Zunächst hatte der Spitzengrüne bei den BNN Station gemacht (siehe Seite 1 und 3).

Die beiden Spitzenkandidaten im Südwesten für die Wahl am 22. September, die Freiburgerin Kerstin Andreae, Vizefraktionschefin im Bundestag, und der Stuttgarter Cem Özdemir, der Grüne-Parteichef, verbreiteten zunächst im badisch-schwäbischen Mikro-Duett grüne Zuversicht auf den Machtwechsel in Berlin. Mit plauderndem Geplänkel besprachen sie ihre Karrieren als Musterbeispiele gelungener Emanzipation und Konsequenz. Damit alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft und sozialem Hintergrund ihren Weg in einer besseren Gesellschaft gehen können, priesen sie ihrem Publikum „den grünen Wandel“ an. Nicht nur die Sonnenblumen auf den grünen Schirmen lachten, auf den Mienen der versammelten Anhänger strahlten Zustimmung und Zuversicht. Sylvia Kotting-Uhl ist die Karlsruher Abgeordnete, und die Grüne will weitere vier Jahre in Berlin besonders gegen einen inkonsequenten Atomausstieg, für eine wahre Energiewende und für Frauenrechte kämpfen. Welche Kompetenz die Fachfrau für Energiefragen hat, welche Achtung sie genießt, zeigt die Reaktion der grünen Basis auf ihre Sachpolitik pur.

Dann kommt Trittin, der nüchterne Bremer, der doch nicht mit Emotionen geizt. Als gewiefter Rhetoriker mit breiter Themenpalette versucht er die Kanzlerin samt Bundesregierung schon mal verbal aus dem Kabinettssaal zu scheuchen. Selbst reservierte Grüne klatschen bei seinen Attacken. Er bringt nicht nur die grünen Inhalte messerscharf auf den Punkt. Trittin greift an – erst mit Ironie, dann mit Sarkasmus, bis er mit lauter Stimme leidenschaftlich für die grüne Sache streitet. Trittin beherrscht die Bühne, der grüne Spitzenmann geht seiner Partei als Wahlkämpfer voran.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 13.07.2013

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