„Mobilität für alle – sozial und ökologisch“

Rund 50 Gäste folgten am Abend des 31. Juli 2013 den Ausführungen von Toni Hofreiter, dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Bundestages zu Grüner Mobilität. Er kritisierte scharf die Verkehrspolitik von Union, SPD und FDP : „Eine 2. Rheinbrücke bringt den Pendlern gar nichts, sie stehen dann nur ein paar Meter versetzt im Stau! Wenn wir neue Straßen bauen, dann müssen wir Engpässe beseitigen – und die Rheinbrücke selbst ist kein Engpass!“ Mobilität für alle bedeutet auch nicht, dass mehr Straßen gebaut werden sollen, vor allem nicht mehr Verkehr, sondern „vernünftige Verkehrsprojekte verbunden mit einer vernünftigen Stadtplanung, in der kurze Wege zum Ziel führen!


 
„Siebzig Prozent der gesamten Rohölimporte verbrennen wir für Mobilität“, was zu einer Abhängigkeit von Ölimporten führt, die man so oft gar nicht wahrnimmt, die dringend abgebaut werden muss. Und auch bei der Mobilität muss eine Wende erfolgen, verdeutlichte Hofreiter. „Bei der Energiewende, die eigentlich nur eine Stromwende ist, sind wir vergleichsweise auf einem guten Weg, aber bei der Mobilität ist die Abhängigkeit vom Öl auf absehbare Zeit nicht zu lösen.“

„Müssen wir Grünen uns jetzt auch noch um Autofahrer kümmern?“

„Im Verkehrsministerium sitzen die größten Saboteure des Autoverkehrs“, denn völlig falsche Planungen und überflüssige neue Straßen werden gefördert, der Erhalt aber vernachlässigt. „Zwischen Schwerin und Magdeburg will man für zwei Milliarden Euro eine Autobahn bauen, für nur 9.000 Fahrzeuge am Tag, mit der 2. Rheinbrücke will man Umwelt zerstören, viel Geld ausgeben und der Autofahrer hat keinen Nutzen, weil der Stau nicht beseitigt wird.“

Der nächste Bundesverkehrswegeplan ist in Arbeit und es ist jetzt an der Zeit endlich umzudenken, vor allem knappe Kassen sollten eine Umsteuerung hin zu mehr Erhaltungsmaßnahmen ermöglichen, so der Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Vor allem müssen Wasserwege, Straße, Schiene, Rad- und Fußwege endlich besser miteinander verknüpft werden und die einzelen Verkehrsmittel besser aufeinander abgestimmt werden. “Wenn wir das erreichen wollen”, so Hofreiter weiter, “dann brauchen wir mehr Grün -zumVorteil aller Verkehrsteilnehmer!” (ES)

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