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„Paradebeispiel für ein unsinniges Projekt“

Toni Hofreiten und Sylvia Kotting-Uhl auf RheinbrückeBadische Neueste Nachrichten

Toni Hofreiter: Rheinbrücke ist gar nicht das Nadelöhr

Von unserem Redaktionsmitglied Konrad Stammschröer

Verkehrspolitik aus dem Bauch raus ist nicht sein Ding. „Hier ist Stau, da müssen wir ran“ – so emotional werde recht oft der Bau neuer Straßen auf den Weg gebracht, moniert Toni Hofreiter. Doch die Verkehrsströme seien komplexer.
Der Grünen-Politiker, geboren in München, ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags. Mit den anderen Verkehrsfachleuten steckt er mitten im Aufstellen des neuen Bundesverkehrswegeplans – der alte läuft 2015 aus. „Zu viele Projekte, zu wenig Geld“, umschreibt Hofreiter die Lage. Deshalb müssten sinnvolle von unsinnigen Projekten scharf getrennt werden. „Eine zweite Rheinbrücke bei Maxau ist ein Paradebeispiel für eine unsinnige Maßnahme“, ordnet der Vorsitzende klar zu.

Vor Ort hat er gestern zusammen mit der Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl und dem Verkehrsfachmann der Grünen in der Gemeinderatsfraktion, Johannes Honné, Eindrücke und Fakten gesammelt – und ist zu neuen Erkenntnissen gelangt: „Die Rheinbrücke ist gar nicht das Nadelöhr. Woanders gibt es weniger Fahrspuren als auf der Brücke.“ Eine zweite Rheinbrücke sei im Verhältnis zum finanziellen Aufwand ineffizient, bringe dem Autofahrer letztlich nicht viel und zerstöre Natur. Alle wären besser beraten, die wahren Engpässe zu lösen, den Pendlern gute Alternativen zum Auto zu bieten und die parallel zur Straße laufende Schiene weiter zu ertüchtigen.

Und überhaupt: Die Verkehrspolitik müsse vom Neuausbau zum Sanieren umgeschichtet werden. „Die Rheinbrücke hier ist eher in einem besseren Zustand“, so Hofreiter. Zudem sei es dreist von den Regierenden, den Willen der Stadt zu ignorieren, fügte Sylvia Kotting-Uhl hinzu. „Bislang ist es ein gutes Prinzip gewesen, sich mit den Kommunen über anstehende Infrastrukturmaßnahmen zu einigen“, fand auch Hofreiter. Es sei eher ungewöhnlich, einer Stadt ungewolltes Geld aufzuzwingen.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 01.08.2013

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