Kotting-Uhl, MdB, Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen, Karlsruhe

«

»

Beitrag drucken

Philippsburg kündigt Klage an

Badische Neueste Nachrichten

Fünf weitere Atommüll-Castoren sollen bereits 2017 zum Zwischenlager gebracht werden

Philippsburg/Berlin (str/dpa). Der noch aus dem Ausland zurückkommende deutsche Atommüll soll auf vier Bundesländer aufgeteilt werden – darunter ist erstmals auch Bayern. Diesen Plan hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gestern den vier großen Energiekonzernen präsentiert. „Ich erwarte, dass sie sich daran orientieren werden“, betonte die SPD-Politikerin nach dem Treffen in Berlin.

Es geht um 26 Castor-Behälter mit radioaktivem Müll aus Atomkraftwerken, die Deutschland nach der Wiederaufarbeitung aus Frankreich und Großbritannien zurücknehmen muss. Außer in Bayern sollen sie in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hessen zwischengelagert werden. Fünf Behälter mit mittelradioaktivem Abfall aus dem französischen La Hague sollen bereits 2017 zum Zwischenlager in Philippsburg gebracht werden. Bürgermeister Stefan Martus bleibt auch nach der Erklärung der Bundesumweltministerin bei seiner ablehnenden Haltung. Zum von Hendricks genannten Zeitplan sagte der Rathauschef der 13 000-Einwohner-Stadt: „Bis 2017 eine Genehmigung für den Transport und die Einlagerung zu bekommen, halte ich für kaum machbar.“ Zudem kündigte der CDU-Politiker Widerstand an. „Als Kommune werden wir vom Widerspruch bis zur Klage alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um die Castor-Transporte nach Philippsburg zu verhindern.“

21 Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll aus dem britischen Sellafield will Hendricks bis 2020 relativ gleichmäßig auf die Lager bei den Atomkraftwerken Isar, Biblis und Brokdorf verteilen. Ob dieses Konzept genau so umgesetzt werden kann, ist aber noch nicht sicher. Auch die Landesregierung in Bayern kündigte bereits heftigen Widerstand an. „Wenn der Bund hier allein entscheiden will, stellt er eine Einigung bei der Energiewende insgesamt infrage“, erklärte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) in München.

Hendricks verwies jedoch darauf, dass in Bayern „der bei weitem allermeiste Atommüll produziert worden ist“. So sieht es auch Sylvia Kotting-Uhl. „Es ist überfällig, dass Bayern dafür endlich auch solidarisch Verantwortung übernimmt“, so die Karlsruher Bundestagsabgeordnete der Grünen.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | Titel | 20.06.2015 | Seite 1

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://kotting-uhl.de/site/philippsburg-kuendigt-klage-an/