“Planbare Ansage beflügelt die Forschung“

Badische Neueste Nachrichten

Bürger befragen Grünen-Spitzenfrau Göring-Eckardt

Klimakrise und Atomausstieg sind natürlich, aber nicht allein die Themen an einem schweißtreibend heißen Wahlkampfabend gestern vor der Durlacher Karlsburg. Mehr als 100 Bürger sitzen oder stehen um die Spitzenkandidatin der Bündnisgrünen, Katrin Göring-Eckardt, befragen sie ohne Scheu und bringen viel zur Sprache. Sie wollen wissen, was die Grünen-Spitzenfrau gegen Altersarmut oder fremdenfeindlichen Stimmenfang tun will, fragen nach ihren Strategien gegen Pflegenotstand, für Mobilität und Landwirtschaft der Zukunft. Der Karlsruher Grünen-Landtagsabgeordnete Alexander Salomon moderiert, Göring-Eckardt antwortet konzentriert und prägnant. Wenn es um Atompolitik geht, gibt sie jedoch der Karlsruher Parteifreundin, Bundestagskandidatin und Sachexpertin Sylvia Kotting-Uhl das Wort: „Ohne sie hätten wir die großen Fortschritte nie erreicht.“

Es mangelt an sozialem Zusammenhalt im Land, konstatiert Göring-Eckardt. „Die Mietpreisbremse funktioniert überhaupt nicht“, moniert sie, das wisse man in Karlsruhe nur zu gut. Oft kämen Kleinverdiener schlecht weg. „Die Sozialkassen sind voll, aber die Perspektiven für die Rente schlimm.“ Ihr Rezept ist die „Bürgerversicherung für alle – dafür stehe ich zu 100 Prozent.“

Dass eine alleinerziehende Pflegefachkraft trotz krasser Personalnot keine Vollzeitanstellung finde, sei inakzeptabel, sagt die Mitbegründerin der DDR-Bürgerbewegung Demokratischer Aufbruch, die sich seit 2013 den Fraktionsvorsitz der Grünen im Bundestag mit Anton Hofreiter teilt. „Wir investieren zwölf Millionen Euro in Familien, die Hälfte davon gegen Kinderarmut“, verspricht die Wahlkämpferin, die dem „Realo“-Flügel der Grünen zugeordnet wird, prominent in der Evangelischen Landeskirche tätig und Botschafterin des Reformationsjubiläums ist.

Den intensiven Ausbau des Stromnetzes, der erneuerbaren Energien überhaupt anstelle von Stromerzeugung mit Braunkohle – „darin sind wir Weltmeister, was für ein peinlicher Titel“ – fordert Göring-Eckardt ebenso wie ein Umsteuern bei der Rolle des Autos im Stadtverkehr. „Mit uns wäre der Diesel-Betrug nicht passiert“, sagt sie. Zwar sei noch viel zu entwickeln bei Batterien und Ladesystemen, Einheitsticket oder App für die Schiene. Doch die „klare, planbare Ansage“ fürs emissionsfreie Auto ab dem Jahr 2030 werde die Forschung beflügeln – gerade im Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sagt Göring-Eckardt.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 26.08.2017
Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Etzold

 

 

 

 

 

 

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