Programm Fachgespräch: Wie wird der Schwarze Peter zum Held? Für ein neues Paradigma gesellschaftlicher Verantwortung

Veranstaltungsdetails
Veranstaltungsart Fachgespräch zur Endlagersuche
Datum, Uhrzeit 02.12.2011, 11:00 – 16:00
Ort Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E 600
Anschrift Konrad-Adenauer-Straße 1 10557 Berlin
VeranstalterInnen Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
Kontakt AK 2 Koordinationsbüro
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
T. 030/227 59406, F. 030/227 56208
E-Mail ak2@gruene-bundestag.de

Um was es geht
Die vergleichende ergebnisoffene Endlagersuche, wie wir Grüne sie für Deutschland immer gefordert haben, könnte bald Wirklichkeit werden. Eine erfolgreiche Suche braucht eine positive Beteiligung der Bevölkerung. Dort aber stehen die Zeichen auf Sturm. Zu schlecht sind die Erfahrungen, die wir alle mit der Auswahl von Endlager-Standorten – allen voran Asse und Gorleben – gemacht haben: zu viel Intransparenz, zu viel Negieren von Zweifeln, zu viel Lüge.
Ein gelungenes Konzept für die Endlagersuche setzt höchste Beteiligungskultur, höchste Transparenz und zweifelsfreie wissenschaftliche Auswahlkriterien voraus. Aber auch das wird vermutlich nicht reichen, um betroffene Regionen für eine positive Beteiligung zu gewinnen. Keine Region möchte das “Atomklo Deutschlands” werden.
Ohne einen Paradigmenwechsel brauchen wir eine Endlagersuche in Deutschland gar nicht erst zu starten. Einen Standort gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, passt nicht zum heutigen Demokratieverständnis und verbietet sich von selbst. Ob und wie ein solcher Wechsel in Gang gesetzt werden kann, welche Erfahrungen und Methoden dafür hilfreich sein können, ist die Fragestellung dieses Fachgesprächs, das nicht erklären, sondern klären und suchen will und sich als Brainstorming versteht.
Die Aufgabenstellung aus dem Schwarzen Peter einen Helden zu machen, klingt erst einmal absurd – aber um nicht weniger geht es: Die Region , die letztendlich diese große Last in Deutschland schultert, darf sich nicht als Verlierer der Nation fühlen, sondern muss höchste Wertschätzung erfahren, die sich keineswegs nur ökonomisch darstellen kann.
Zu unserer Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein.
Programm

11.00 Begrüßung und Einführung
Sylvia Kotting-Uhl MdB
Sprecherin für Atompolitik
Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
11.30 Panel
Beteiligungsverfahren bei der Endlagersuche – Internationale Erfahrungen und neue Ansätze für Deutschland

  • Saida Laârouchi Engström
    Svensk Kärnbränslehantering AB (SKB), Schweden
    Schwedens Weg zum Endlager – Wie kam es dazu, dass eine Kommune, die nicht zum Endlagerstandort wurde, am Ende entschädigt wurde?
  • Marcos Buser
    Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft (INA)
    Schweiz Beteiligungsverfahren in der Schweiz – Was können wir für den sozialen Prozess von der Schweiz lernen?
  • Anna Gräfin von Bernstorff
    Aktivistin, Gartow
    Was kann, was muss man aus Gorleben lernen? – Welche Fehler gilt es zu vermeiden bei einer ehrlichen, transparenten Suche, die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen will?
  • Prof. Dr. Wolfgang Schluchter
    Humanökologisches Zentrum der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (HöZ, BTU), Cottbus
    Die Triplex-Methode– Modell für fairen Ausgleich?
12.45 Brainstorming-Runde I
Wie wird der Schwarze Peter zum Held?

  • Andreas Graf Bernstorff
    Campaigner
  • Hartmut Gaßner
    Rechtsanwalt
  • Prof. Dr. Harald Heinrichs
    Leuphana Universität Lüneburg
  • Henning Banthien
    Institut für Organisationskommunikation (IFOK)
  • Prof. Dr. Rolf Kreibich
    Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT)

Moderation: Dagmar Dehmer (Der Tagesspiegel)

13.45 Pause
14.15 Offene Diskussionsrunde
15.00 Brainstorming-Runde II
Wie wird der Schwarze Peter zum Held?

  • Andreas Graf Bernstorff
    Campaigner
  • Hartmut Gaßner
    Rechtsanwalt
  • Prof. Dr. Harald Heinrichs
    Leuphana Universität Lüneburg
  • Henning Banthien
    Institut für Organisationskommunikation (IFOK)
  • Prof. Dr. Rolf Kreibich
    Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT)

Moderation: Dagmar Dehmer (Der Tagesspiegel)

15.45 Fazit und Ausblick
Sylvia Kotting-Uhl MdB

 
Anreise
Mit der S-Bahn bis zur Haltestelle “Hauptbahnhof” oder “Brandenburger Tor” oder mit dem Bus 100 bis zur Haltestelle “Reichstag/Bundestag” oder mit dem Bus TXL bis Haltestelle “Marschallbrücke” oder mit der U 55 bis zur Haltestelle “Deutscher Bundestag”. Über den Eingang West, Konrad-Adenauer-Str. 1 gelangen Sie zum Veranstaltungsort.
Wichtiger Hinweis
Um in das Paul-Löbe-Haus zu gelangen, benötigen Sie Ihren Personalausweis, Pass oder ein gleichwertiges Ausweisdokument. Eine namentliche Anmeldung mit Angabe des Geburtsdatums ist aus Sicherheitsgründen bis zum 28.11.2011 erforderlich.
Barrierefreiheit
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Sollten Sie aufgrund einer Behinderung z. B. einen Gebärdendolmetscher benötigen, bitten wir Sie, mit uns bis zum 21.11.2011 Kontakt aufzunehmen.

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