Antwort der Bundesregierung zu Risiko-Betrachtung bei deutschen Atomkraftwerken: Precursor-Analysen

Kleine Anfrage und die Antwort der Bundesregierung 

In den vergangenen Jahren ereigneten sich in den 17 deutschen Atomkraftwerken (AKW), die noch eine Betriebsgenehmigung hatten, insgesamt zwischen 80 und 120 meldepflichtige Zwischenfälle/Pannen pro Jahr. Die sicherheitstechnische Bedeutung und Analyse dieser Pannen erschöpft sich nicht in ihrer formalen Meldung an die Atomaufsichtsbehörden. Einige der Pannen führen zu sogenannten Weiterleitungsnachrichten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH (GRS; vgl. hierzu Bundestagsdrucksache 17/6731). Daneben lässt sich mit einem in Amerika entwickelten Ansatz namens „Precursor-Analyse“ eine über die nur sehr grobe Einstufung in die Internationale Nukleare Ereignis Skala (INES) hinausgehende, differenziertere Betrachtung vornehmen.

Die Bezeichnung Precursor (englisch: Vorbote) rührt daher, dass es bei dieser Art der Analyse darum geht zu ermitteln, inwiefern ein Zwischenfall, bei dem es noch nicht zu einem Kernschaden kam, ein möglicher Vorbote für einen solchen Schaden war. Dazu wird mittels Wahrscheinlichkeitsberechnungen eruiert, wie viel Sicherheitsabstand noch zu einem Schaden am Reaktorkern war. Dabei kann sich insbesondere bei Zwischenfällen, die alle auf derselben INES-Stufe liegen, ein differenziertes Bild ihrer Risiko-Bedeutung ergeben. Deutsche Precursor-Analysen können wertvolle Hinweise für die nach der Atomkatastrophe
von Fukushima angekündigte Verschärfung der Sicherheitsanforderungen für die hierzulande am Netz verbleibenden AKW enthalten. Ein systematischer öffentlicher Überblick über hiesige Precursor-Analysen
existiert jedoch nicht.

1. Seit wann gibt es in Deutschland für meldepflichtige Ereignisse eine systematische Precursor-Auswertung und Precursor-Berichterstattung, und wer führt sie durch? …

weiterlesen in Bundestag-Drucksache Nr. 17/6988

 

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