Schweizer Atomaufsicht wiegt Bevölkerung in falscher Sicherheit

Pressemitteilung
Zum vorläufigen Urteil der schweizer Atomaufsicht ENSI über die Erdbebengefährdung der schweizer Atomkraftwerke erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:
Mit ihrem vorschnellen Urteil, die schweizer Atomkraftwerke seien erdbebensicher, wiegt das ENSI die Bevölkerung in falscher Sicherheit. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle Unbedenklichkeitsbescheinigungen wohlfeil, denn gerade wird geprüft, ob die Grundlagen und Beurteilungskriterien für die Erdbebenüberprüfungen überhaupt noch gültig sind.
Trotzdem und trotz diverser noch fehlender Betreiber-Nachweise erweckt das ENSI den Eindruck, dass die schweizer AKW noch nicht gestellte Anforderungen erfüllen. Dies ist bedenklich. Solange die Sicherheit nicht zweifelsfrei nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik nachgewiesen ist, sollte das ENSI die AKW besser vorübergehend abschalten lassen.
Statt die Bevölkerung in der Schweiz und in den Nachbarländern mit Vorurteilen in falscher Sicherheit zu wiegen, sollte es lieber auf eine kritischere Überprüfung der Erdbebenrisiko-Analyse “Pegasos” hinwirken. Die jetzige Federführung der “Pegasos Refinement” genannten Überprüfung durch die Dachorganisation der schweizer AKW-Betreiber, swissnuclear, ist wenig vertrauenerweckend.
Schließlich sollte das ENSI noch alle bisherigen Berechnungsgrundlagen und -berichte veröffentlichen, damit die bisherigen Arbeiten zur Erdbebengefährdung der schweizer AKW unabhängig überprüft werden können.

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