Antrag: Sicherheit hat Vorrang – Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sofort abschalten

Antrag

Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Im Juni 2010 wurde bei der Revision des bayerischen Atomkraftwerks Grafenrheinfeld ein Befund im Nuklearteil der Anlage festgestellt. Es handelt sich dabei um eine Unregelmäßigkeit im Inneren eines Rohres im Primärkreislauf, deren genaue Art bislang ebenso unklar ist wie ihre Ursache. Insbesondere ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen umlaufenden Riss handelt. Da die Ursache nicht zweifelsfrei geklärt ist, können auch die weitere Entwicklung des Problems und seine Auswirkungen nicht verlässlich bewertet werden. Fest steht jedoch, dass die Unregelmäßigkeit bzw. der Riss in den letzten Jahren während
des Betriebs von Grafenrheinfeld signifikant gewachsen ist.
 

Ein Rohrriss hätte eine radioaktive Kontamination der Anlage, also einen Störfall der Stufe 3, zur Folge. Vor diesem Hintergrund ist das Verhalten der Landesatomaufsicht Bayerns und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), den Weiterbetrieb Grafenrheinfelds trotzdem zu gestatten, weder nachvollziehbar und noch akzeptabel. Bislang wurde es von den deutschen Atomaufsichtsbehörden noch nie geduldet, dass ein Atomkraftwerk (AKW) mit einem derart gravierenden Problem im nicht absperrbaren Primärkreislaufbereich weiter am Netz bleiben darf. Mithin bricht der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein Tabu.
 

weiterlesen in Bundestag-Drucksache Nr. 17/4688

 

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