Spitzenpolitiker Trittin diskutiert mit Jungwählern

Badische Neueste Nachrichten

Jürgen Trittin in der Durlacher Karlsburg: „Grüner Kanzlerkandidat wäre eine Kasperei“

kdm. „Auf Augenhöhe“ mit Spitzenpolitikern zu diskutieren – so lautete eine Vorgabe einer Veranstaltung des Grünen Kreisverbandes und der Grünen Jugend. Als Spitzenpolitiker trat dabei Jürgen Trittin – „ihr könnt mich Jürgen nennen“ – flankiert von der Karlsruher Kandidatin Sylvia Kotting-Uhl in Erscheinung. „Mit unserer Veranstaltung wollen wir gezielt Jungwähler ansprechen“, erklärten Cordula Sailer, Vorsitzende des Ortsverbandes Durlach, und die Sprecherin der Grünen Jugend, Zoe Mayer.

Zu einer Diskussion auf Augenhöhe kam es zwar nur bedingt – letztlich nahmen die Politiker viel Redezeit in Anspruch. Gleichwohl konnten die Zuhörer im gut besuchten Saal der Durlacher Karlsburg etliche Fragen an den Spitzenkandidaten der Grünen stellen. Ruhig und sachlich ging Trittin zu Werke. Er versuchte, Zusammenhänge aus Sicht der Grünen einfach und nachvollziehbar darzulegen. Die Bedeutung der Energiewende hob er genauso hervor wie die aus Sicht der Grünen bestehenden Notwendigkeiten eines gesetzlichen Mindestlohns, der Bereitstellung von mehr Kita-Plätzen, der Einführung einer Bürgerversicherung, der Anhebung des Spitzensteuersatzes oder der Abgabe auf Vermögen.

„Konzeptlosigkeit“ hielt er der Merkel-Regierung vor. Dass der Wahlkampf den Eindruck erwecke, er sei langweilig, habe viel mit der Art und Weise zu tun, wie die Kanzlerin ihn führe: Er hätte gerne gewusst, welche Konzepte Frau Merkel für die Zukunft habe, so Trittin weiter.
Statt dessen wisse man nun, dass sie Kohlrouladen zubereiten könne. „Warum die Grünen keinen Kanzlerkandidaten stellen“, wollte ein Fragesteller wissen. Auf solche „Kaspereien“ verzichte seine Partei, bemerkte Trittin. Die „Kaspereien“ bezog er auf den „FDP-Guido“, der 2002 bei der Bundestagswahl als liberaler Kanzlerkandidat auftrat und – so Trittin etwas spöttisch – im „Guido-Mobil“ auf Wahlkampftour ging. Von einer „sozialen und ökologischen Kälte, die von der Merkel-Regierung übers Land gelegt wurde“, sprach Sylvia Kotting-Uhl.

„Wir müssen uns Gedanken machen, in was für eine Welt wir leben wollen“, befand die Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe.

Die Grünen, ergänzte Trittin, möchten das Land „offener, gerechter und ökologischer“ gestalten.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 13.09.2013
 


 

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