Sterbende sollen besser betreut werden

Badische Neueste Nachrichten

Hospizgesetz gebilligt / 300 Millionen Mehrkosten – Heute Abstimmung über Regelung der Sterbehilfe

Berlin (dpa). Wer schwer krank ist und im Sterben liegt, soll künftig besser versorgt werden – egal ob zu Hause, in Heimen oder im Krankenhaus. Dabei sollen auch die schätzungsweise 80 000 Ehrenamtlichen und die Familienangehörigen stärker unterstützt werden, die Menschen auf ihrem letzten Weg betreuen. Der Bundestag beschloss gestern mit großem Einvernehmen das Hospiz- und Palliativ-Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). In einer alternden Gesellschaft wird eine gut funktionierende Betreuung todkranker, oft von schweren Schmerzen geplagter Menschen immer wichtiger – trotz deutscher Spitzenmedizin. Die meisten Menschen wollen zu Hause sterben. Doch dies ist nicht immer möglich.

Für einen flächendeckenden Ausbau und verbesserte Leistungen sollen die gesetzlichen Krankenkassen voraussichtlich 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich in die Hand nehmen. Im Zusammenhang mit der Sterbebegleitung und dem Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung steht heute die Entscheidung über die Sterbehilfe im Bundestag an. Wie geht die Gesellschaft mit den sterbenden Menschen um, denen die Palliativmedizin in ihrem qualvollen Kampf gegen Schmerzen und Atemnöte nicht mehr helfen kann. Fünf Gesetzentwürfe stehen zur Abstimmung. Einig sind sich die Angeordneten, dass geschäftsmäßige Sterbehilfe in Deutschland verhindert werden soll. Eine Parlamentariergruppe plädiert für die Möglichkeit einer ärztlich assistierten Selbsttötung. Gröhe ist dagegen. Er will, wie es der bisher aussichtsreichste Vorschlag vorsieht, geschäftsmäßige Sterbehilfe verbieten, es ansonsten bei den bisherigen Regelungen belassen. Die Karlsruher Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hält es angesichts der vorliegenden Gesetzentwürfe für die beste Option, nichts zu beschließen, sondern bei der derzeitigen Rechtslage zu bleiben.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | POLITIK | 06.11.2015

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