Sylvia Kotting-Uhl erläutert den „Schwarz-gelben Atom-Filz“

Pressemitteilung
Am vergangenen Mittwochabend berichtete Karlsruhes Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl aus erster Hand über die in Berlin aktuell diskutierten Atom-Themen. Auf der Kreismitgliederversammlung der Grünen Karlsruhe beantwortete die Fraktionssprecherin für Atompolitik z.B. Fragen zu der von der Bundesregierung geplanten Laufzeitverlängerung und zur Endlager-Erkundung.
Rund fünfzig Mitglieder und Gäste waren zur öffentlichen Mitgliederversammlung der Karlsruher Grünen gekommen. In der Bio-Kantine von Initial e.V. war das Thema an diesem Abend: Wie geht es weiter mit der Atomkraft in Deutschland? Dazu war aus Berlin die atompolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Sylvia Kotting-Uhl in Ihren Wahlkreis gekommen und berichtete aus erster Hand von den Debatten und Erkenntnissen der letzten Wochen und Monate.
Ein Hauptproblem bei einer Verlängerung der Laufzeiten, dem Ausstieg aus dem Ausstieg, sieht Sylvia Kotting-Uhl darin, “dass Atomstrom im Zweifel immer die Netze verstopft. Atom-Meiler – und im übrigen auch die noch viel schwerfälligeren Kohlekraftwerke – können aus technischen Gründen nicht einfach runter- und wieder hochgefahren werden”. Daraus folge, so erläuterte sie weiter, “Im Grunde könnten dezentrale, kleinere Wind-, Wasser oder Sonnen-Kraftwerke schon heute viel größere Gewinne erwirtschaften und reinvestieren, wenn sie ihren Strom ins Netz einspeisen könnten.” Es bleibe also nicht nur die produzierte Energie ungenutzt, sondern auch die Chance, dass der Wirtschaftszweig Erneuerbare Energien aus eigener Kraft wächst, würde bewusst unterdrückt. “Diese Schwarz-Gelben Legitimationen der Machenschaften der Atomlobby kann jeder selber bewerten. Das ist Schwarz-gelber Atom-Filz.”
 
Der Strompreis pro Kilowattstunde, den die Verbraucher auf der Abrechnung sehen, ist laut Sylvia Kotting-Uhl “ein schöngefärbter, schon aus Steuern, also Bürgervermögen subventionierter Betrag”. Dazu kommen die immensen Forschungskosten zur Nutzung der Kernenergie und die nicht abzusehenden “Riesensummen für die Entsorgung des Atommülls”. Auch das Risiko, das von diesem Müll ausginge, würde von den Atom-Konzernen immer wieder verharmlost “kein Mensch kann heute ernsthaft behaupten, wir könnten den Müll im Wortsinn entsorgen.” Auch die Rückholbarkeit des Atommülls aus irgendeinem “noch lange nicht gefundenen” Lager, sei ein Problem, “weil wir auch nicht spekulieren können, welche Gesellschaftsformen in 50 oder 500 Jahren auf der Erde leben und was die dann mit dem eine Million Jahre gefährlich strahlenden Müll tun.”
Die Grünen Karlsruhe und Sylvia Kotting-Uhl werden in den kommenden Wochen mit zahlreichen Aktionen auf die Atomproblematik aufmerksam machen. Erster Höhepunkt wird am kommenden Montag, 18. Oktober ein öffentliches Streitgespräch zwischen Sylvia Kotting-Uhl und Mirko Krück, einem Sprecher der EnBW sein, zudem die Bundestagsfraktion der Grünen in Rahmen ihrer Anti-Atomtour nach Philippsburg in die Festhalle einlädt. Beginn ist um 19.00 Uhr. Stefan Siller, der durch die SWR1 Sendung “Leute” bekannt ist, wird das Gespräch moderieren.

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