Tschernobyl: Ausmaß der Schäden noch immer ungeklärt

Pressemitteilung
Anlässlich der Öffentlichen Anhörung “25 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl” des Umweltausschusses erklärt Dorothee Steiner, Obfrau im Umweltausschuss, und Sylvia Kotting-Uhl, Sprecherin für Atompolitik:
Die Experten aus der von der Katastrophe in Tschernobyl betroffenen Regionen in der Ukraine und Weißrussland machten klar, dass auch 25 Jahre nach dem Super-GAU weder die Zahl der Toten und Erkrankten noch die massiven Umweltschäden adäquat erfasst und bewertet sind. So sind auch die Folgeschäden für die Menschen heute nicht klar. Klar ist nur, dass der tatsächliche Schaden bislang verschleiert wird.
Die Bundesregierung muss eine aktivere Rolle bei der Aufklärung übernehmen. So muss sie sich dafür einsetzen, den Knebelvertrag zu annullieren, mit dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) seit den 1950er Jahren von der Durchführung unabhängiger Erhebungen über die Gesundheitsschäden durch nukleare Katastrophen abgehalten wird. Dies ist auch unerlässlich für die transparente Aufarbeitung der aktuellen Katastrophe in Fukushima.
Die Anhörung machte deutlich, dass sich sowohl in der Ukraine als auch Weißrussland viele Menschen und Nichtregierungsorganisation für einen Ausstieg aus der Atomkraft einsetzen. Wir fordern die Bundesregierung auf, die atomkritische Öffentlichkeit vor allem in Weißrussland zu unterstützen und sich für den Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeinsparung als Alternative der unverantwortlichen Atomkraft stark zu machen.

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