Antrag: Versorgungssicherheit transparent machen – Keine Experimente mit atomarer „Kaltreserve“

Antrag

Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die Bundesregierung hat die Möglichkeit einer atomaren „Kaltreserve“ ins Spiel gebracht, um eine angeblich fehlende Versorgungssicherheit im kommenden Winter bei acht abgeschalteten Atomkraftwerken abzuwenden. Ausgerechnet Atomkraftwerke als „Kaltreserve“ vorzuhalten löst Erstaunen gerade bei Fachleuten aus: Denn ein Atomkraftwerk abgeschaltet aber betriebsbereit zu halten ist extrem aufwendig und teuer. Die Anlagen würden im Standby selbst große Mengen Strom verbrauchen. Aus dem kalten Betriebszustand heraus erscheint es kaum möglich, dass sie aufgrund ihrer mangelnden Flexibilität bei einer kurzfristig eintretenden Verknappung rechtzeitig Strom liefern könnten. Überdies würde das Sicherheitsrisiko gerade der alten Anlagen unvermindert fortbestehen und damit der Atomausstieg durch dieses unvollständige Abschalten ausgehöhlt.

Angesichts der Forderung nach atomaren „Kaltreserven“ überrascht es, dass die Bundesregierung bisher nicht unabhängig prüfen ließ, ob die Versorgungssicherheit im Winter tatsächlich gefährdet ist und mit welchen alternativen Möglichkeiten die Versorgungssicherheit im Zweifelsfall garantiert werden kann. So hat die Bundesnetzagentur kürzlich darauf hingewiesen, dass nicht einmal bekannt ist, wie viel fossile Kaltreserve in Deutschland tatsächlich zur Verfügung steht, obwohl die Kraftwerksbetreiber nach § 9 der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) verpflichtet sind, ihre „Kaltreserven“ bekannt zu machen. …

weiterlesen in Bundestag-Drucksache Nr. 17/6109

 

 

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