Kotting-Uhl, MdB, Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen, Karlsruhe

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„Weltmeister in Klimaschutz werden“

Badische Neueste Nachrichten

Özdemir sprach auf dem Kirchplatz St. Stephan

„Wenn ein Herrscher wie Erdogan vor uns als Partei warnt, dann haben wir was richtig gemacht“ greift Cem Özdemir die Ereignisse rund um den türkischen Präsidenten auf. Zuvor kritisierte er bereits scharf das Menschenbild der AfD: Es stünde im Gegensatz zu dem im Grundgesetz. Bei seinem gestrigen Zwischenstopp in Karlsruhe verteilte der Spitzenkandidat der Grünen auf dem gut besuchten Kirchplatz St. Stephan nicht nur Seitenhiebe an umstrittene Politiker und Parteien. Vielmehr sprach er beim gemeinsamen Termin mit der Karlsruher Grünen-Bundestagskandidatin Sylvia Kotting-Uhl energisch über seine Ziele in der Umweltpolitik.

Eine offizielle Diskussionsrunde mit den Bürgern gab es aus Zeitgründen nicht. Die Gelegenheit für Fragen ließen sich viele der Anwesenden jedoch nicht nehmen und drängten sich, als Özdemir das Podest verließ, um den Kandidaten. Dass seine Agenda nur den Umweltschutz umfasst, widerlegte er zu Beginn. „Bei Gesprächen mit meinem Schutzpersonal erfahre ich von den zahlreichen Überstunden der Polizisten“, bedauert er. Er wolle einen Beitrag dazu leisten, dass die Zeiten abgebaut und mehr Beamte eingestellt werden.

Bei einer Fahrt durch Südbaden führte sein Weg kürzlich vorbei am Atomkraftwerk Fessenheim. „Diesen Pannen- und Schrottreaktor müssen die Franzosen endlich abschalten“, erklärt er. „Wenn wir Umweltpolitik in Europa verankern wollen, müssen wir die ausgestreckte Hand von Macron annehmen“, fügt der Bundestagsabgeordnete hinzu. Die Regierung müsse Ländern wie Frankreich dabei helfen, deren Abhängigkeit von der Atomenergie zu verringern. Sein erklärtes Ziel: „Weltmeister in Klimaschutz werden.“ Denn Hurrikane wie Irma würden ihn zu der Frage zwingen: „Wie viele Jahrhundertkatastrophen passen in ein Jahrhundert?“

Daher zeigt der Grünen-Politiker auch beim Dieselskandal kein Erbarmen. „Die Nachrüstung der Fahrzeuge muss von den Herstellern finanziert werden, von denen, die die Sauerei verursacht haben“, verlangt er. Er wünsche sich zudem einen Bundesverkehrsminister, der Städten wie Karlsruhe Mittel in Höhe von etwa einer Million Euro im Jahr bereitstellt, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 13.09.2017/ Von unserem Redaktionsmitglied Janina Keller