Zur Abschaltung des AKW Philippsburg 2

Pressemitteilung

Zur Abschaltung des AKW Philippsburg 2 erklärt Sylvia Kotting-Uhl, Vorsitzende des Umweltausschusses:

Ein Grund zum Feiern! In diesen Tagen erhöht sich die Sicherheit der Menschen in und um Süddeutschland deutlich. Kurz nach der Abschaltung des Schweizer Altmeilers Mühleberg geht morgen das AKW Philippsburg 2 planmäßig vom Netz, in wenigen Monaten folgen in Fessenheim die beiden ältesten Reaktoren Frankreichs. Diese Meilensteine senken das Unfallrisiko erheblich und vermeiden Massen von strahlendem Atommüll. Der hiesige Atomausstieg von 2011 erspart allein dem Standort Philippsburg über 50 Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen.

Zudem ist der Atomausstieg die Grundlage für die gemeinsame Lösung der Endlagerfrage. Diese Verantwortung haben wir gegenüber nachfolgenden Generationen und allen Menschen, die in der Nähe von Zwischenlagern leben. Das Atommüllproblem lässt sich nur gemeinsam und solidarisch lösen. Der breite politische Konsens für die Endlagersuche, den der gemeinsame Atomausstieg ermöglichte, ist notwendig, weil das Verfahren unabhängig sein muss von Wahlperioden und Regierungswechseln.

Wer trotzdem nach längeren AKW-Laufzeiten ruft, sei an Folgendes erinnert: Die deutschen Reaktoren sind nicht „sicher“, in keinem lässt sich eine Kernschmelze mit massiver Radioaktivitätsfreisetzung in die Umwelt mit Gewissheit ausschließen. Daher hätten sie schon unter Kanzler Kohl ab 1994 keine Neuzulassung mehr bekommen. Hinzu kamen in der Vergangenheit durchaus gravierende Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, leider auch in Philippsburg. So redlich und gewissenhaft die allermeisten in Atomkraftwerken arbeitenden Menschen auch sind, Atomkraft ist und bleibt eine unbeherrschbare Hochrisikotechnologie.

Schließlich sind Planbarkeit und Verlässlichkeit die Grundpfeiler für eine funktionierende Energiewirtschaft. Der Atomausstieg ist seit acht Jahren Garant für Planungssicherheit. Politisch unverantwortliches Zündeln mit längeren AKW-Laufzeiten verunsichert nur die Märkte und schadet der Energiewende. Die Energiewirtschaft ist längst weiter. Die Bundesregierung darf sie nicht länger ausbremsen, und politische Brandstifter sind völlig fehl am Platz.

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