Zwei Jahre nach Fukushima – Wider das Vergessen

Pressemitteilung anlässlich des zweiten Jahrestages der Katastrophe von Fukushima

Das Reaktorunglück von Fukushima liegt gerade erst einmal zwei Jahre zurück. Die Situation am Kraftwerk Fukushima ist nicht bewältigt, die Bergung der Brennelemente in Reaktor 4 stellt die Verantwortlichen vor ein Rätsel und über hunderttausend Flüchtlinge sitzen weiterhin in Notunterkünften fest, und doch scheint Vieles bereits wieder vergessen zu sein. Nicht anders ist zu erklären, wie die im Dezember 2012 neu gewählte japanische Regierung eine solche Kehrtwende in der Atompolitik vollziehen kann: Den für 2040 von der Vorgängerregierung geplanten Atomausstieg soll es nicht mehr geben und nach der Oberhauswahl im Juli dieses Jahres ist mit weiterem Wiederanfahren von Atomkraftwerken zu rechnen. Wie die Großdemonstrationen vom Wochenende zeigen, ist ein Großteil der Japaner und Japanerinnen aber nach wie vor gegen die weitere Nutzung der Atomkraft. Die japanische Regierung muss dem Wunsch Ihrer eigenen Bevölkerung endlich nachkommen und darf sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin den immensen Risiken und Gefahren der Atomkraft aussetzen. Hier erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie ihre besonderen Verbindungen zu Japan nutzt und zu einer Energiewende motiviert.

Das bedeutet aber auch, dass bei uns die Vorbildfunktion für Japan und andere Länder ernster genommen werden muss. Also endlich eine konsequente Umsetzung der Energiewende, strengere Sicherheitsanforderungen und Nachrüstungen für bestehende AKW, keine Hermes-Bürgschaften für den Bau von Atomkraftwerken im Ausland und auch keine weitere Förderung der Atomforschung.

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